MiC 4.0 - Herstellerübergreifendes Verständnis erreicht

MiC 4.0

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass gültige Normen angewandt werden, doch leider ist das nicht immer so. So ist es auch im Fall der ISO 15143-3, einer internationalen Norm, die 20 Telemetriedaten für Erdbewegungsmaschinen beschreibt.

Genau dieses akute Problem haben bislang alle Anwender von Baumaschinen, denn das gleiche Datum hat von Hersteller zu Hersteller bisher immer eine andere inhaltlich Bedeutung. „Zwar beschreibt die Norm welches Datum in welcher Art übertragen werden soll, doch was dieser Wert in bestimmten Fällen inhaltlich bedeutet, war bisher jedem Hersteller selbst überlassen“, berichtet Dr. Darius Soßdorf, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Machines in Construction MiC 4.0.

Das genau ist der Ansatz von MiC 4.0. Seit der Gründung der MiC 4.0 im April 2019 auf der bauma19 in München fanden bereits über 30 Sitzungen statt, in denen sieben unterschiedliche Maschinencluster die ISO 15143-3 beleuchteten und die dort beschriebenen 20 Daten auf die zu betrachteten Maschinen angewandt haben. Nicht alle Daten aus der Norm konnten hierbei auf alle Maschinen übertragen werden und es sind auch im Einzelnen noch einige spezielle Daten für bestimmte Maschinen zu identifizieren und zu definieren, doch ein erster „Maschinen-Identifikationsdatensatz“ ist jetzt vorhanden. Viel wichtiger aber ist hierbei die Aussage, dass diese Daten aufgrund der erfolgten grundsätzlichen Vereinbarung nun auch herstellerübergreifend jeweils die gleiche inhaltlich Bedeutung haben. Diese Vereinbarung stellt eine erhebliche Vereinfachung in allen Prozessen der Anwender von Baumaschinen dar, denn der Maschinenzustand „an“ ist jetzt z. B. bei jedem Bagger, bei jeder Walze und bei jedem Straßenfertiger einheitlich interpretiert und festgelegt.

„Die bisherigen „Verwirrungen“ haben nun ein Ende, denn jetzt wissen alle Beteiligten, wann eine Maschine „an“ und wann sie „aus“ ist“, freut sich Soßdorf, der mit diesen ersten Ergebnissen die Grundlage eines einheitlichen Datenverständnisses als Ziel der bisherigen Arbeiten festhält.

„Im nächsten Schritt wird es um Prozessdaten gehen, die der Anwender benötigt, und den Bauprozess mit geeigneten Daten und Informationen möglichst vollständig abzubilden“, gibt Soßdorf bereits den Ausblick für 2020. Diese Arbeiten sind um einiges umfangreicher, da hierbei nicht auf bereits vorhanden Daten oder Ideen aufgebaut werden kann. Bei diesem Schritt sind die Anwender von Baumaschinen im Mittelpunkt des Geschehen, die ihre „Wünsche“ an die Hersteller adressieren und beide dann gemeinsam die für einen digital abzubildenden Bauprozess erforderlichen Daten identifizieren und definieren. Vorteil der MiC 4.0 ist an dieser Stelle, dass alle Beteiligten an einem Tisch sitzen, sich direkt gemeinsam austauschen und gemeinsame Lösungen erarbeiten.

Hierzu sind selbstverständlich alle interessierten Kreise zwecks aktiver Mitarbeit aufgefordert, sich in die Arbeiten der MiC 4.0 einzubringen.

Informationen zur MiC 4.0 sind erhältlich bei Dr. Darius Soßdorf.